Corona-Testzentrum in Wildeshausen in Betrieb

Zahl der Infizierten im Landkreis gestiegen

Quelle: Weser Kurier, vom 18.03.2020, Autor: Jacqueline Schultz

Corona-Testzentrum in Wildeshausen in Betrieb

Patienten mit Corona-Verdacht können seit Montag auch in Wildeshausen getestet werden, allerdings nur auf ärztliche Anordnung. Das Krankenhaus Johanneum weitet derweil seine Präventivmaßnahmen aus.

WILDESHAUSEN/LANDKREIS OLDENBURG Die Zahl der Corona-Infizierten im Landkreis Oldenburg ist deutlich gestiegen. Waren am Montag noch vier Fälle gemeldet, so waren nach Mitteilung der Kreisverwaltung am Mittwoch bereits zehn Menschen betroffen. Um weitere Verdachtsfälle im Landkreis schnell prüfen zu können, hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) Anfang der Woche nun auch in Wildeshausen ein neues Corona-Testzentrum eröffnet – nach Delmenhorst das zweite in der Region. Damit existieren momentan 34 Zentren dieser Art in ganz Niedersachsen. Dort werden Patienten auf Zuweisung durch den Hausarzt getestet, bei denen ein begründetes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus besteht.

Oberste Ziele sind die Identifizierung von Infizierten, der effiziente Einsatz knapper Schutzmaterialien und die weitere Betriebsfähigkeit der Arztpraxen für die ambulante Versorgung der Bevölkerung. Außerdem könne der fahrende kassenärztliche Bereitschaftsdienst abends und nachts in begründeten Verdachtsfällen Patienten in ihrer häuslichen Umgebung testen.

Die Arbeitsweise im Testzentrum Wildeshausen entspricht der in Delmenhorst. Die Einrichtung dort ist bereits seit der vergangenen Woche aktiv. Abstriche bei Patienten werden ausschließlich auf ärztliche Anforderung durchgeführt. Voraussetzung dafür ist also die direkte Anmeldung von Patienten durch deren Hausärzte oder durch die Ärzte des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes. Auf keinen Fall erwünscht ist, dass Patienten sich selbständig auf den Weg zu den Testzentren machen, um sich überprüfen zu lassen.

Weg über Hausarzt gehen

Folgendes Ablaufschema soll unbedingt eingehalten werden: Patienten melden sich bei begründetem Verdacht, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, telefonisch bei ihrem Hausarzt oder nach Sprechstundenschluss beim kassenärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117). Der Hausarzt oder der Bereitschaftsdienstarzt führt telefonisch eine Befragung des Patienten durch und beurteilt die Wahrscheinlichkeit einer Corona-​Infektion. Falls der Patient getestet werden muss, organisiert der Arzt telefonisch einen Termin bei der zentralen Testeinrichtung für den Abstrich. Im Anschluss sollte der Patient bis zum Eintreffen des Ergebnisses in häuslicher Quarantäne bleiben. Über das Testergebnis informiert die Betroffenen der Hausarzt beziehungsweise der Bereitschaftsdienstarzt. Sollte dieses positiv ausfallen, legt der Arzt gemeinsam mit Patient und Gesundheitsamt die weiteren Maßnahmen fest. Dazu zählt gegebenenfalls auch die Einweisung in ein Krankenhaus.

Ziel der Testeinrichtungen ist laut KVN, den Kontakt von möglicherweise Erkrankten mit anderen Patienten in den Praxen und dem medizinischen Personal zu vermeiden. Damit sollen weitere Ansteckungen möglichst verhindert werden. „Denn die Arztpraxen müssen betriebsbereit bleiben für die Masse der Patienten, die aus anderen Gründen behandlungsbedürftig sind“, begründet die KVN die getroffenen Maßnahmen.

Das Krankenhaus Johanneum Wildeshausen baut angesichts steigender Fallzahlen seine Präventivmaßnahmen ebenfalls weiter aus. Wie Sprecherin Ulrike Berg mitteilt, ist die Klinik derzeit nur noch über den Haupteingang an der Feldstraße zu betreten. „Der Zugang zur Ärztlichen Bereitschaftsdienstpraxis erfolgt ausschließlich über den Eingang Visbeker Straße“, informiert sie. Patientenbesuche sind bis auf Weiteres nicht mehr erlaubt. „Ausnahmen sind Besuche von werdenden Vätern und von Vätern Neugeborener sowie Besuche enger Angehöriger von Palliativpatienten“, sagt Berg. Das Krankenhauspersonal sei angewiesen, diese Vorgaben zum Schutz der stationären Patienten konsequent einzuhalten.

In Erwartung von Patienten, die schwer an Covid-19 erkrankt sind, werden aktuell nicht dringend erforderliche Eingriffe zurückgestellt. Gleichzeitig richtet sich das Klinikum darauf ein, seine verfügbaren personellen und materiellen Ressourcen für zusätzliche Beatmungsplätze vorzubereiten. Dafür werden aktuell auch die räumlichen Kapazitäten für Beatmungspatienten ausgeweitet. „Unser Krisenstab steht in ständigem Austausch und bewertet täglich die aktuelle Lage. So können wir auf neue Situationen schnell reagieren“, erklärt Hubert Bartelt, Verwaltungsdirektor des Johanneums. „Wir passen im Krankenhaus die Notfallstrukturen und unsere Personalkapazitäten der Lage entsprechend an und sind auf die Aufnahme intensivpflichtiger Corona-Patienten vorbereitet.“ In den Bereichen, in denen es möglich ist, werden somit die Personaleinsätze auf das Notwendige zur Aufrechterhaltung des Krankenhausbetriebes zurückgefahren.

Weiteres Personal will das Johanneum über gezielte Schulungen mit unterschiedlichen fachlichen Anforderungen ausbilden, das dann im Bedarfsfall zur Verfügung steht. Auch der ärztliche Dienst bereite sich gezielt auf die Zunahme an intensivpflichtigen Corona-Patienten vor.

Im Pflegezentrum Johanneum gilt auf behördliche Anordnung ebenso ein Besuchsverbot. „Ausgenommen sind hier nahestehende Personen palliativmedizinisch versorgter Bewohner und im Einzelfall Seelsorger oder Urkundspersonen unter Auferlegung der erforderlichen Verhaltensregeln“, teilt Sprecherin Ulrike Berg mit.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst

der Kassenärztlichen Vereinigung Telefon 116 117

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