Kliniken kämpfen gemeinsam gegen Coronavirus

PANDEMIE Stenum-Ortho, Wildeshauser Johanneum und Josef-Hospital stellen Versorgungskonzept auf

Quelle: Nordwest Zeitung, vom 06.04.2020, Autor: Thorsten Konkel

STENUM/WILDESHAUSEN/DELMENHORST – In der Corona-Krise wollen die beiden Kliniken im Landkreis Oldenburg (Stenum-Ortho und Johanneum/ Wildeshausen) sowie das Delmenhorster Josef-Hospital ihre Kräfte bündeln. Das kündigt Oliver Galeotti, Sprecher der Kreisverwaltung, an. Nur so könne die Versorgung in der Region sichergestellt werden, wenn sich – was erwartet werden müsse – immer mehr Menschen mit dem neuartigen Virus SARS-CoV-2 infizierten. Die Kooperation ist laut Mitteilung der Kreisverwaltung unter der Moderation von Landrat Carsten Harings zwischen den ärztlichen Leitungen und den Geschäftsführungen der Krankenhäuser, dem Gesundheitsamt des Landkreises sowie mit Vertretern der Rettungsdienste abgestimmt worden. Einigkeit unter den Kliniken sei auch dahingehend erzielt worden, dass die Beatmungskapazitäten für den zu erwartenden Anstieg an Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 deutlich erhöht werden müssten. Dass dies auch möglich ist, sei eine wichtige Nachricht für die Bevölkerung, so Galeotti.

Um dieses Ziel zu erreichen, habe das Johanneum in Wildeshausen seine Kapazitäten bereits von sechs auf elf Beatmungsplätze erhöht. Insgesamt sollen im Johanneum 23 Beatmungsplätze eingerichtet werden. Im Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) wurden die Kapazitäten kurzfristig von 16 auf bis zu 47 Beatmungsplätze gesteigert. Bei einem vermehrten Anfall von Erkrankten, die an der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 leiden, sollen diese zunächst in Wildeshausen und Delmenhorst behandelt werden. In dieser sogenannten „Phase I“ soll die Stenum-Ortho Fachklinik für Orthopädie am Heilstättenweg in Stenum soweit wie möglich von Covid-19-Patienten frei gehalten werden. Sollten die Patientenzahlen in einer „Phase II“ noch weiter ansteigen, würden die drei Häuser ihre personellen Kräfte in Wildeshausen und Delmenhorst bündeln, um die Möglichkeiten der beiden größeren Krankenhäusern maximal ausnutzen zu können.

Im Johanneum und im JHD können in einer solchen Phase des Infektionsgeschehens bis zu 70 weitere einfach-stationäre Betten aufgestellt werden. Mitarbeiter aus Stenum werden laut Kreisverwaltung schon jetzt in Wildeshausen eingearbeitet. Ab der 15. Kalenderwoche soll das Personal dann auch am Josef-Hospital eingearbeitet werden. Im Falle einer sich noch weiter zuspitzenden „Phase III“ könne die auf Orthopädie spezialisierte Fachklink in Stenum zusätzlich überwiegend traumatologische Notfälle aus der Region übernehmen. Zudem würden dann auch Fälle nach Stenum verlegt, die in einer Übergangsphase noch nicht nach Hause entlassen werden können, dann jedoch in den beiden anderen Krankenhäusern wichtige Bettenkapazitäten binden würden.

„Bereits seit zwei Wochen gibt es intensive Gespräche und Abstimmungen, zunächst im Landkreis Oldenburg und dann auch mit der Stadt Delmenhorst“, sagt Landrat Carsten Harings. „Wir sind schnell zu einem guten Ergebnis gekommen.“ Auch Delmenhorsts Oberbürgermeister Axel Jahnz sei froh, dass in so kurzer Zeit eine Kooperation auf den Weg gebracht werden konnte, um für die Menschen in der Region eine medizinische Versorgung zu gewährleisten, teilt die Kreisverwaltung in ihrem Schreiben mit.

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