Altbürgermiester sind pro Johanneum

KRANKENHAUSFINANZIERUNG - Rollié und Duin appellieren eindringlich an die Stadt

Quelle: Nordwest Zeitung, vom 14.07.2021, Autor: Hergen Schelling

WILDESHAUSEN. (ING) In der Diskussion um den städtischen Zuschuss für die Erweiterung des Krankenhauses Johanneum beziehen jetzt die beiden Alt-Bürgermeister Manfred Rollié (91) und Franz Duin (76) Position. Beide appellieren – unabhängig voneinander – an den Stadtrat, die bisherige Zusage von einer Million Euro ab 2023 noch einmal zu überdenken.

Das sagt Rollié
„Ein Krankenhaus ist kein Gewerbe- oder Industriebetrieb, den man unterstützen will, um Arbeitsplätze zu schaffen.“ Es sei vielmehr eine Einrichtung der Daseinsvorsorge, so Rollié. Und für Kranke stehe es dort an erster Stelle, denn: „Ich kann alle anderen Aktivitäten vergessen, wenn ich krank bin.“

Der frühere Bürgermeister, der von 1981 bis 1999 an der Spitze des Rates stand, blickt weit zurück in die Geschichte der Krankenhausfinanzierung: Ab 1974 sei es zu einer Neuordnung gekommen und jährlich habe mit den Krankenkassen neu über die Betriebskosten verhandelt werden müssen. „Zur Finanzierung der Investitionskosten wurde pro Bett und Jahr ein bestimmter, niedrig angesetzter Betrag vom Land bezahlt. Größere Investitionen mussten besonders beantragt werden.“ Entsprechende Verfahren hätten oft sehr viele Jahre gedauert. Deshalb sei so mancher Landrat oder Oberbürgermeister zur „Selbsthilfe“ übergegangen und habe zusätzlich zur Krankenhausumlage Mittel aus dem Haushalt entnommen. „Man sprach dann von einem Landrats-Krankenhaus“, erinnert sich Rollié.

Während andernorts auf diese Weise Millionen geflossen seien, habe das Johanneum bisher nicht davon profitiert. „Man kann mit Berechtigung davon sprechen, dass ein gutes Management Steuermittel bei Kreis und Stadt gespart hat“, erklärt der einstige ehrenamtliche Bürgermeister der CDU, der im Hauptberuf Verwaltungsleiter des Krankenhauses war. Dies müsse bei der Entscheidung des Rates über die Höhe des Zuschusses berücksichtigt werden.

Das sagt Duin
Nach Ansicht von Franz Duin, von 1999 bis 2006 erster hauptamtlicher Bürgermeister in Wildeshausen, kommt es jetzt zunächst darauf an, „die gegensätzlichen Positionen zu neutralisieren und dies ohne Groll und nachtragender Bunkermentalität.“ Das gehe nur über ein Konflikt-Management.

Der „zarte Hinweis“, ein neuer Rat könne beim Zuschuss „noch nachlegen“, so Duin, sei zu unspezifisch und nicht mehr „als eine Beruhigungspille für das Johanneum“. Nicht ganz lupenrein sei auch die Darstellung, die Stadt würde über die Kreisumlage schon zur Krankenhausfinanzierung beitragen, erklärt der SPD-Politiker, der sich als Kreistagsabgeordneter vehement für den 3,44-Millionen-Euro-Zuschuss des Landkreises fürs Johanneum eingesetzt hat. „Die Kreisumlage kennt keine spezifische Zuordnung für Projekte.“ Und wenn der Landkreis tatsächlich ein Kreiskrankenhaus zu finanzieren hätte, wäre die Kreisumlage eklatant höher, gibt Duin zu bedenken. „Dank des Kuratoriums können die Kommunen im Kreis weiterhin entspannt auf eine der geringsten Kreisumlagen in Niedersachsen schauen. Was für ein Vorteil!“

Schließlich verweist Duin noch auf die wirtschaftliche Wertschöpfung des Krankenhauses. Davon profitiere auch die Wildeshauser Innenstadt. Auch aus diesen Argumenten zieht er die Hoffnung auf einen neuen Kompromiss: „Es müsste noch etwas gehen“, meint Duin.



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