„Licht aus“ am Johanneum

Krankenhaus für eine Viertelstunde ohne Beleuchtung / Kliniken befürchten Existenznot

Quelle: Wildeshauser Zeitung, vom 10.12.2022, Autor: Dierk Rohdenburg / Bild: Dierk Rohdenburg

Wildeshausen – Ein ungewohntes Bild bot sich dem Betrachter am Freitag in der Zeit von 18 bis 18.15 Uhr am Krankenhaus Johanneum in Wildeshausen. Die Klinik beteiligte sich an der Aktion „Licht aus“ der freigemeinnützigen Krankenhäuser im Oldenburger Land. Wie in den anderen Kliniken wurde für eine Viertelstunde die Beleuchtung ausgeschaltet – ausgenommen waren allerdings die sicherheitsrelevanten Bereiche wie der OP oder die Intensivstation.

Vor dem Gebäude hatten sich Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt, ärztlicher Leiter Alexander Terzic sowie Pflegedienstleiterin Maria Zewuhn versammelt. „Mit der Aktion wollen die Krankenhäuser im Oldenburger Land, die im Rahmen der Daseinsvorsorge die medizinische Versorgung der Menschen sicherstellen, öffentlichkeitswirksam auf ihre durch die Krisen extrem angespannte wirtschaftliche Lage aufmerksam machen“, so Bartelt. Die Kliniken gerieten zunehmend in Liquiditätsprobleme. Bei ihnen gehe buchstäblich das Licht aus.

„Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in Aussicht gestellten Bundeshilfen betrugen Anfang November noch acht Milliarden Euro, die im Laufe des weiteren Gesetzgebungsverfahrens auf sechs Milliarden reduziert wurden“, kritisierte Bartelt. Diese sollten nun abermals in zwei unterschiedlichen Blöcken aufgeteilt werden: 1,5 Milliarden Euro zur Kompensation der indirekten Energiekostensteigerungen, was den Auszahlungsbetrag für jedes einzelne Krankenhaus derart schrumpfen lasse, dass vor Ort die allgemeinen, inflationsbedingten Sachkostensteigerungen damit nicht aufgefangen werden können. Sowie 4,5 Milliarden Euro zur Kompensation der direkten Energiekostensteigerung bei Gas, Strom und Fernwärme unter Berücksichtigung der Gas- und Strompreisbremse. „Dieser Ansatz kommt jedoch nicht zeitnah und unmittelbar vor Ort in den Kliniken an“, erläuterte Bartelt. „Diese Aufteilung entspricht nicht den tatsächlichen Belastungen. Durch das komplexe Finanzierungssystem der Krankenhäuser sind die Preise für die Leistungen für 2022 starr mit einem Preisplus von nur 2,3 Prozent festgelegt. Die Inflationsrate liegt aber bei zehn Prozent. So ist seit November 2021 eine Unterfinanzierung in Milliardenhöhe entstanden, da die Kliniken die gestiegenen Kosten per Gesetz nicht weitergeben können.“ Bartelt rechnet mit höheren Kosten von 1,6 Millionen Euro in den Jahren 2022 und 2023. Als Hilfe von der Bundesregierung erwartet er nur 400 000 Euro. Somit muss er deutliche Mehrausgaben abfangen und weiß noch nicht, wie das geschehen soll.

Die Aktion „Licht aus“ versteht sich als ein Appell an die Entscheidungsträger der Politik, notwendige Änderungen an dem „bis jetzt unzureichenden Hilfsprogramm“ vorzunehmen. Denn freigemeinnützige Kliniken seien von den Auswirkungen der Energiepreis-Explosion besonders betroffen, da kein kommunaler Träger bereitstehe, um die Kostensteigerungen aufzufangen. 

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